Met entsteht aus 300 bis 500 Gramm Honig je Liter Wasser, vergoren mit einer Weinhefe: Die Hauptgärung dauert 2 bis 6 Wochen, danach reift der Honigwein mindestens 3 bis 6 Monate. Typisch sind 4 bis 14 Volumenprozent Alkohol. Die Herstellung selbst ist genehmigungsfrei — erst der Verkauf verlangt Gewerbe, ein Etikett nach LMIV und je nach Ausführung eine Abstimmung mit dem Hauptzollamt.
Met ist das älteste alkoholische Getränk der Welt — und als Imker bringst du die wichtigste Zutat selbst mit. Dieser Leitfaden fasst Rezept, Recht und Vermarktung für Einstieg und Direktverkauf zusammen.
Was ist Honig-Met und was unterscheidet ihn von Wein?
Met ist ein Honigwein: Honig wird in Wasser aufgelöst und durch Hefen zu Alkohol vergoren. Der wesentliche Unterschied zu Traubenwein ist die Zuckerquelle — Honig statt Trauben. Daraus folgt auch die Einordnung im Lebensmittelrecht: Met gilt als „weinähnliches Getränk” (nicht als Wein im Sinne des Weingesetzes) und fällt unter die Verordnung über weinähnliche Getränke sowie die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs. Geschmacklich ist Met vielseitiger als viele denken — von trocken und herb bis honigduftig-süß, pur oder mit Früchten und Gewürzen verfeinert.
Wie viel Honig brauche ich für einen Liter Met?
Als Faustregel gilt: 300–500 g Honig je Liter Wasser. Für einen trockenen Met reichen 300–350 g; wer einen halbsüßen oder süßen Met anstrebt, nimmt 400–500 g. Bienen&natur gibt für einen klassischen Metansatz das Verhältnis von etwa 500 g Honig je Liter Wasser an (37 kg auf 74 Liter). Die genaue Menge hängt auch von der Tracht ab: Akazien-Honig vergärt anders als kräftiger Wald- oder Buchweizenhonig. Wichtig: Honig erst bei lauwarmem Wasser (unter 40 °C) einrühren, damit Aromastoffe und Enzyme erhalten bleiben. Vermerke Mischungsverhältnis, Hefe und alle Zutaten schriftlich — ein Metprotokoll hilft dir, gelungene Ansätze zu wiederholen.
Welche Hefe eignet sich für die Met-Herstellung?
Für Met bewähren sich Weinhefen, keine Backhefen. Backhefen produzieren zu viel Kohlensäure und unangenehme Nebenaromen. Gut geeignet sind neutrale Weinhefen wie Lalvin EC-1118 (sehr tolerant, bis ca. 18 vol%) oder fruchtigere Kulturen wie Lalvin 71B, die Apfelsäure abbaut und Ester bildet. Für einen naturnahen Ansatz können auch wilde Hefen direkt im Honig angewendet werden (Spontangärung) — das ist schwer zu kontrollieren, liefert aber charaktervolle Ergebnisse. Hefenährsalze (Diammoniumphosphat, Tiaminhefe) verbessern die Gäraktivität und vermindern H₂S-Fehltöne. Rund 20–30 g je 100 Liter Ansatz sind ein üblicher Richtwert.
Wie lange dauert Gärung und Reifung beim Met?
Die Hauptgärung ist bei 18–22 °C meist nach 2–6 Wochen abgeschlossen — erkennbar daran, dass der Gärspund keine Blasen mehr wirft. Wärme beschleunigt die Gärung, kann aber Fehlaromen erzeugen; unter 15 °C läuft die Hefe zu langsam. Danach kommt die wichtigste Phase: die Reifung. Frischer Met schmeckt herb und „jung”; erst nach mindestens 3 Monaten Lagerung auf Flasche oder im Fass runden sich Aromen ab. Hochwertige Mete reifen 6–12 Monate und entwickeln dabei eine Tiefe, die frisch abgefülltem Met fehlt. Mindestens einmal abziehen (umschöpfen), um Hefesatz und Trübstoffe zu entfernen. Als Gärbehälter eignen sich Glasballons, PE-Fässer oder Edelstahl; Edelstahl lässt sich am leichtesten reinigen und desinfizieren.
Darf ich als Imker Met verkaufen — welche Erlaubnis brauche ich?
Für die Herstellung selbst brauchst du keine Genehmigung. Wer Met aber gewerblich verkauft, muss ein Gewerbe anmelden. Steuerlich ist stiller Met günstig gestellt: Bis 15 % vol wird er wie stiller Wein mit dem Steuersatz null besteuert, es fällt also keine Verbrauchsteuer an (Details im nächsten Steuer-Abschnitt). Eine Anmeldung oder Registrierung beim zuständigen Hauptzollamt kann trotzdem nötig sein — das klärst du am besten direkt mit dem Zoll, bevor du den ersten Liter verkaufst. Der Verkauf im Hofladen, auf Märkten oder online ist dann grundsätzlich erlaubt. In Österreich gelten eigene Regeln; zuständig ist das jeweilige Zollamt.
Wer Met ausschließlich für den Eigenverbrauch herstellt und gelegentlich an Freunde verschenkt (kein Verkauf), braucht keine Anmeldung.
Was schreiben die Leitsätze für weinähnliche Getränke vor?
Die „Leitsätze für weinähnliche Getränke” des Deutschen Lebensmittelbuchs (DLMB) beschreiben, was „Met” heißen darf. Kernaussagen:
- Ausgangsprodukt ist ausschließlich Honig (keine Zuckerzusätze beim klassischen Met).
- Der Alkoholgehalt liegt typischerweise zwischen 4 und 14 vol%.
- Zusätze wie Früchte, Gewürze oder Hopfen sind zulässig, müssen aber auf dem Etikett genannt werden.
- Bezeichnungen wie „Frühlings-Met” oder „Kräuter-Met” sind erlaubt, sofern die namensgebende Zutat enthalten ist.
Die Leitsätze sind keine Gesetze, aber Gerichte und Behörden orientieren sich daran. Wer die Bezeichnung „Met” auf dem Etikett führt, sollte diese Vorgaben kennen und einhalten — sonst drohen bei Kontrollen Beanstandungen.
Wie wird Met steuerlich behandelt — Weinsteuer, Gewerbe oder Landwirtschaft?
Met fällt nicht unter die Biersteuer, sondern in den Anwendungsbereich des Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuergesetzes (SchaumwZwStG). Entscheidend ist die Ausführung:
- Stiller Met ohne Kohlensäure bis 15 % vol wird verbrauchsteuerlich wie Wein behandelt — es fällt keine Verbrauchsteuer an (§ 32 Abs. 1 SchaumwZwStG; Zoll: „In Deutschland wird auf Wein keine Verbrauchsteuer erhoben”). Eine Registrierung beim Hauptzollamt kann trotzdem nötig sein.
- Met über 15 % vol ist kein Wein mehr im Sinne des Gesetzes, sondern Zwischenerzeugnis (§ 29 Abs. 2 SchaumwZwStG) — Steuersatz 153 €/hl. Wer eine hochtolerante Hefe fährt, misst den Endwert vor dem Verkauf.
- Schaumweinähnlicher Met unterliegt der Schaumweinsteuer (136 €/hl; unter 6 % vol 51 €/hl) — und zwar bereits dann, wenn er in Flaschen mit Schaumweinstopfen und Haltevorrichtung (Agraffe) abgefüllt ist oder bei +20 °C einen Überdruck von 3 bar oder mehr aufweist (§ 1 Abs. 2 SchaumwZwStG).
- Wird Destillat-Alkohol zugesetzt, kann ebenfalls die Zwischenerzeugnissteuer greifen.
Für den klassischen, still vergorenen Imker-Met unter 15 % vol treffen die letzten Fälle in der Regel nicht zu. Was für deinen konkreten Met gilt, klärst du direkt beim Hauptzollamt.
Zur Einkommensteuer: Imker können unter die Pauschalbesteuerung für Landwirte fallen (§ 13a EStG), solange Met Nebenprodukt der eigenen Imkerei bleibt. Wer aber Met im größeren Stil produziert und vermarktet, überschreitet oft die Grenze zur gewerblichen Tätigkeit. Dann gelten normale Gewinnermittlung und ggf. Gewerbesteuer. Im Zweifel lohnt ein Gespräch mit einem Steuerberater — ETL hat einen guten Überblick zu Imker-Steuerfragen veröffentlicht.
Zum Thema Verkauf allgemein und Direktvermarktung findest du mehr im Artikel Honig verkaufen — was Imker wissen müssen.
Wie kennzeichne ich meine Met-Flaschen richtig?
Met muss nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) gekennzeichnet werden. Pflichtangaben auf dem Etikett:
- Bezeichnung: „Met” oder „Honigwein” (ggf. mit Zusatz wie „trocken”, „mit Ingwer” etc.)
- Nettofüllmenge in ml
- Alkoholgehalt in vol% (bei über 1,2 vol% Pflicht)
- Zutatenverzeichnis (Honig, Wasser, Hefe, ggf. Früchte/Gewürze)
- Name und Anschrift des Herstellers
- Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) oder Verbrauchsdatum
- Allergen-Hinweise (Honig selbst ist kein deklarationspflichtiges Allergen, aber Schönungsmittel wie Eiklar wären es)
- Losnummer (für die Rückverfolgbarkeit)
Für das Format der Angaben und Schriftgrößen gelten die LMIV-Mindestanforderungen (1,2 mm x-Höhe, wenn die größte Oberfläche des Behältnisses über 80 cm² liegt). Die Pflichtangaben im Detail — mit Aufbau-Beispiel für die Flasche — zeigt der Beitrag Met-Etikett: Pflichtangaben für die Imkerei.
Wo und wie kann ich Met als Imker vermarkten?
Met lässt sich über mehrere Kanäle absetzen:
Direkt am Hof und auf Märkten: Hier erreichst du Käufer, die handwerkliche Produkte schätzen. Erzähle die Geschichte — deine Tracht, dein Anbaugebiet, das Reifelager. Das rechtfertigt höhere Preise als Discounter-Standardwein.
Online-Versand: Alkohol darf in Deutschland per Post versendet werden. Du brauchst eine entsprechende Altersverifikation beim Kauf. Plattformen wie eigene Shop-Systeme oder spezialisierte Marktplätze für Handwerksprodukte eignen sich gut.
Gastronomie und Feinkostläden: Direktkontakt zu Restaurants, die regionale Besonderheiten auf der Karte führen, lohnt sich — besonders bei trockenen, hochwertigen Meten als Alternative zu Weinbegleitung.
Kombiangebote: Met als Ergänzung zum Honig-Direktverkauf ist ein natürlicher Schritt. Wer schon Stammkunden für Blütenhonig hat, kann Met als Erweiterung des Sortiments anbieten — das schafft höheren Warenkorbwert und hebt das Produkt-Erlebnis. Geschenksets (Glas Honig + kleine Met-Flasche) sind beliebt und preislich gut positionierbar.
Preisgestaltung: Met als handwerkliches Nischenprodukt erzielt deutlich höhere Preise als industrieller Honigwein. Robuste Richtwerte je nach Ausbaustufe und Region: 8–20 € für 0,5 l, bei Premiumabfüllungen (Jahrgangs-Met, besondere Trachten) auch mehr. Starte nicht zu niedrig — der Preis signalisiert Qualität.
Beachte: Werbung für alkoholische Getränke unterliegt strengen Regeln — keine gesundheitsbezogenen Aussagen, keine Werbung die sich gezielt an Kinder richtet.
Weitere Tipps zur Direktvermarktung von Bienenprodukten findest du im Artikel Bienenwachs verkaufen als Imker — viele der dort beschriebenen Kanäle lassen sich auch für Met nutzen.