Der Königinnenzucht-Kalender läuft in festen Schritten ab dem Umlarven: Vom Ei bis zum Schlupf vergehen 16 Tage — 3 Tage Ei, 5 Tage Larve, 8 Tage verdeckelte Puppe. Ab dem Umlarven sind es rund fünf Tage bis zur Verdeckelung, elf bis dreizehn Tage bis zum Schlupf und rund drei bis vier Wochen ab Umlarven bis zur legenden Königin; die erste Eilage-Kontrolle liegt rund um Tag 26.
Wie lange dauert es vom Umlarven bis zur legenden Königin?
Von der umgelarvten Larve bis zur Königin, die legt, vergehen ungefähr drei bis vier Wochen; die Kontroll-Kette unten endet bei Tag 26. Das ist die wichtigste Zahl für deine Planung. Alles dazwischen sind feste Etappen, die du im Kalender rückwärts abzählen kannst.
Die Kette sieht so aus: Am Tag null larvst du um. Rund fünf Tage später werden die Weiselzellen verdeckelt. Elf bis dreizehn Tage nach dem Umlarven schlüpft die junge Königin. Danach braucht sie rund fünf bis sieben Tage, bis sie begattungsreif ist. Der Begattungsflug findet je nach Wetter zwischen dem fünften und zehnten Tag nach dem Schlupf statt. Und einige Tage nach der Begattung legt sie die ersten Eier.
Das Schöne an dieser Rechnung: Die Abstände sind fix. Du musst nur einen einzigen Termin festlegen — den Tag des Umlarvens — und schon steht der ganze Fahrplan. Wer noch nie mit Weiselzellen gearbeitet hat, schaut vorher am besten, wie ein Bienenvolk aufgebaut ist. Dann verstehst du leichter, warum die Königin so viel schneller reift als eine Arbeiterin.
Warum genau 16 Tage — was steckt hinter der 3-5-8-Regel?
Die Königin schlüpft am 16. Tag nach der Eiablage. Diese 16 Tage teilen sich sauber auf: drei Tage als Ei, fünf Tage als Larve und acht Tage als verdeckelte Puppe. Imker merken sich das mit dem Spruch: drei, fünf, acht, und die Königin ist gemacht.
Warum ist die Königin so viel schneller als der Rest des Volks? Weil sie von Anfang an anders gefüttert wird. Die Pflegebienen versorgen die Made üppig mit Gelée Royale in einer großen, nach unten hängenden Weiselzelle. Diese Dauerfütterung beschleunigt die Entwicklung. Eine Arbeiterin dagegen braucht ab dem Ei 21 Tage, eine Drohne sogar 24 Tage.
Diese drei Zahlen — 16, 21 und 24 — solltest du im Kopf haben. Sie erklären, warum die junge Königin im Volk immer als Erste fertig ist. Und sie sind der Grund, warum du beim Zuchtansatz mit ganz jungen Larven arbeiten musst: Für gute Königinnen nimmst du nur die jüngsten Larven — das LAVES gibt für seinen eigenen Zuchtstoff höchstens rund anderthalb Tage an. Ältere Larven sind schon zu weit in Richtung Arbeiterin entwickelt.
Der Zuchtkalender Tag für Tag — wann passiert was?
Der ganze Ablauf lässt sich als Tabelle lesen. Alle Angaben zählen ab dem Tag des Umlarvens (Tag null). Die Spanne beim Schlupf kommt vom Alter der Larve, dazu unten mehr.
| Tag ab Umlarven | Was passiert | Deine Aufgabe |
|---|---|---|
| Tag 0 | Umlarven jüngster Larven (bis rund 1,5 Tage alt) | Zuchtrahmen ins weisellose Pflegevolk hängen |
| Tag 5 | Die Weiselzellen werden verdeckelt | Ab jetzt Zellen nicht mehr erschüttern |
| bis Tag 10 | Verdeckelte Puppenruhe | Reife Zellen käfigen, verschulen oder verteilen |
| Tag 11–13 | Die Königin schlüpft | Zellen müssen vorher verteilt sein |
| 5–7 Tage nach Schlupf | Die Königin wird begattungsreif | Ruhe geben, Wetter beobachten |
| 5–10 Tage nach Schlupf | Begattungsflug im Wetterfenster | Volk nicht stören |
| ~14 Tage nach Schlupf | Erste Eilage kontrollieren | Auf Stifte und Eier prüfen |
Der wichtigste Merksatz aus dieser Tabelle: Die reifen Zellen müssen spätestens am zehnten Tag verteilt oder gekäfigt sein. Denn sobald die erste Königin schlüpft, sucht sie die anderen Zellen und sticht ihre Rivalinnen ab. Verpasst du diesen Termin, bleibt dir am Ende nur eine einzige Königin statt eines ganzen Satzes.
Wann wird die Weiselzelle verdeckelt — und ab wann nicht mehr rütteln?
Die Weiselzellen werden rund am fünften Tag nach dem Umlarven verdeckelt. Als sichere Praxisregel behandelst du die Zellen ab der Verdeckelung wie rohe Eier. Empfindlich ist vor allem die mittlere Puppenphase — kurz nach dem Verdeckeln und ab etwa zwei Tagen vor dem Schlupf sind die Zellen unempfindlicher, aber wer sich das merken muss, macht mehr Fehler als wer generell vorsichtig bleibt.
Praktisch heißt das: Bis zur Verdeckelung darfst du die Pflege kontrollieren, die Annahme der Larven prüfen und den Rahmen ruhig bewegen. Danach fasst du die Zellen nur noch vorsichtig und immer aufrecht an. Kippen, schütteln oder abklopfen ist tabu. Wer die Zellen transportiert, polstert sie warm und hält sie senkrecht.
Diese Empfindlichkeit ist auch der Grund, warum der Verdeckelungstag ein so guter Marker im Kalender ist. Du siehst ihn mit bloßem Auge — die Zellen sind geschlossen und meist deutlich länger als eine normale Brutzelle. Ab jetzt zählst du in Ruhe die Tage bis zum Käfigen.
Wann schlüpft die Königin — Tag 11 oder Tag 13?
Hier stolpern viele über widersprüchliche Kalender: Mal steht Tag 11, mal Tag 13. Die Zuchtkalender von NPZ und Imkerverein Schlüchtern nennen den 13. Tag — die frühere Zahl ergibt sich rechnerisch, wenn du ältere Larven umlarvst. Beides stimmt also. Der Schlupftag verschiebt sich mit dem Alter der Larve, die du umgelarvt hast — und genau das erklären die meisten Datums-Rechner nicht.
Die Rechenlogik dahinter ist einfach. Die Verdeckelung liegt rund acht Tage vor dem Schlupf. Larvst du frisch geschlüpfte Larven um — also solche, die gerade erst aus dem Ei kamen, rechnerisch am dritten Tag der Entwicklung — dann werden die Zellen am fünften Tag verdeckelt und die Königin schlüpft am dreizehnten Tag. Nimmst du dagegen etwa einen Tag alte Larven, rutscht alles rund ein bis zwei Tage nach vorn: Schlupf um Tag 11 bis 12.
Für die Praxis heißt das: Nagle dich nicht auf eine einzige Zahl fest. Plane mit dem Fenster Tag 11 bis 13 und richte dich nach dem sichereren Signal — der Verdeckelung. Ist die Zelle verdeckelt, schlüpft die Königin rund acht Tage später. Und weil du nie ganz genau weißt, wie alt deine Larve war, gilt die Sicherheitsregel: reife Zellen spätestens am zehnten Tag käfigen oder verteilen, damit dir die erste schlüpfende Königin nicht den ganzen Satz zerstört.
Wann fliegt die junge Königin zur Begattung?
Nach dem Schlupf braucht die junge Königin erst ein paar Tage, bis sie geschlechtsreif ist. bienen&natur nennt dafür an einer Stelle etwa fünf Tage nach dem Schlupf, an anderer etwa sechs bis sieben Tage — rechne also mit rund fünf bis sieben Tagen. Der eigentliche Begattungsflug findet dann je nach Wetter zwischen dem fünften und zehnten Tag nach dem Schlupf statt.
Entscheidend ist das Wetter. Die Königin fliegt nur bei sonnigem, warmem und nicht zu windigem Wetter aus. Sie steuert einen Drohnensammelplatz an, oft mehrere Kilometer entfernt, und paart sich dort in der Luft mit vielen Drohnen. Wie viele es genau sind, dazu schwanken die Angaben stark. Sicher ist: Das dabei gespeicherte Sperma reicht ihr für ihr ganzes Leben, also über mehrere Jahre. Sie fliegt nur in dieser kurzen Lebensphase zur Paarung, danach nie wieder.
Für deinen Kalender bedeutet das zweierlei. Erstens: In der Woche nach dem Schlupf lässt du das Begattungsvölkchen in Ruhe. Jede Störung am falschen Tag kann den Flug verhindern. Zweitens: Rechne einen Wetterpuffer ein. Bei einer Regenperiode kann sich der Begattungsflug deutlich verschieben. Das ist normal und kein Grund zur Panik — es verschiebt nur den Termin, an dem du die Eilage kontrollierst.
Wann legt sie die ersten Eier — und wann kontrolliere ich?
Ist der Begattungsflug erfolgreich verlaufen, dauert es noch einige Tage bis zu den ersten Eiern; bienen&natur und NPZ legen sich dabei beide nicht auf eine genaue Zahl fest. Von jetzt an ist sie die Herzkammer deines jungen Volks.
Bei der Kontrolle gehen die Quellen auseinander, und das ist wichtiger als eine glatte Faustzahl. Ein erster Blick ist etwa 14 Tage nach dem Schlupf möglich (BTHENET). Zuverlässig legt sie oft erst später, und der Bezugspunkt entscheidet: bienen&natur unterscheidet: aus einer schlupfreifen Edelzelle rund drei Wochen ab Ablegerbildung, bei einer über Nachschaffung gezogenen Königin vier bis fünf Wochen. Im Zweifel lieber eine Woche länger warten — ein zu früh als weisellos abgeschriebenes Völkchen ist der teurere Fehler. Wichtig ist, wonach du suchst: kleine, aufrecht stehende Eier, mittig am Zellenboden, jeweils genau eines pro Zelle. Das ist das Zeichen für eine sauber begattete, legende Königin.
Halt dich bei dieser ersten Kontrolle zurück. Such nicht stundenlang nach der Königin selbst, sondern lies das Brutbild. Findest du ein gleichmäßiges Muster aus einzelnen, aufrechten Eiern, ist alles in Ordnung. Die junge Königin brauchst du dafür gar nicht zu Gesicht zu bekommen. Wer eine Königin über einen Ableger heranzieht, findet den ganzen Ablauf Schritt für Schritt im Beitrag Ableger bilden.
Was tun, wenn vier Wochen nach dem Schlupf keine Eilage da ist?
Legt die Königin rund vier Wochen nach dem Schlupf immer noch nicht, ist die Begattung meist misslungen. Dann droht die Drohnenbrütigkeit: Eine unbegattete Königin kann nur unbefruchtete Eier legen, aus denen ausschließlich Drohnen werden. So ein Volk geht ohne Eingreifen zugrunde.
Am Brutbild erkennst du das Problem früh. Zwei Anzeichen sind typisch. Erstens: mehrere Eier in einer einzigen Zelle statt nur eines. Zweitens: Eier, die am Zellenrand oder an der Zellwand kleben, statt aufrecht und mittig am Boden zu stehen. Beides deutet darauf hin, dass hier keine sauber begattete Königin am Werk ist — entweder eine fehlbegattete Königin oder Arbeiterinnen, die aus Not zu legen begonnen haben.
Bevor du aber alles abschreibst, prüf das Wetter der letzten Wochen. Eine lange Regenphase kann den Begattungsflug stark verzögern. War das Wetter durchweg schlecht, gib der Königin noch etwas Zeit. War es dagegen tagelang sonnig und warm und trotzdem tut sich nichts, ist die Begattung höchstwahrscheinlich schiefgegangen. Dann wird es Zeit, das Völkchen aufzulösen oder mit einem gesunden zu vereinen. Grundlagen dazu, wie ein weiselrichtiges Volk aussieht, findest du im Beitrag Bienenvolk verstehen.
Wie plane ich die Drohnen mit ein?
Das ist der Fehler, der Anfängern am häufigsten die Zucht verhagelt: Sie planen nur die Königin und vergessen die Drohnen. Ohne genug geschlechtsreife Drohnen am Drohnensammelplatz bleibt die schönste Königin unbegattet. Deshalb gehört die Drohnenplanung zwingend in den Kalender — und zwar rückwärts gerechnet.
Rechne mit: Ein Drohn braucht 24 Tage Entwicklung. Und er ist nach dem Schlupf noch nicht sofort einsatzbereit: Bis zur Geschlechtsreife vergeht weitere Zeit, danach ist er nur begrenzt fruchtbar. Für die Planung heißt das: Der Drohnen-Vorlauf gehört an den Anfang, nicht ans Ende.
Gib deinen ausgewählten Vatervölkern also früh im Frühjahr Drohnenwaben, damit sie reichlich Drohnen aufziehen. Wer diesen Schritt überspringt, züchtet perfekte Königinnen, die am Ende trotzdem drohnenbrütig werden — weil an ihrem Flugtag schlicht keine reifen Partner da waren.
Wie planst du die Zuchttermine rückwärts?
Der Königinnenzucht-Kalender ist am Ende nichts anderes als eine Kette fester Abstände ab dem Umlarv-Tag: Tag 0 Umlarven, Tag 5 Verdeckelung, spätestens Tag 10 käfigen, Tag 11 bis 13 Schlupf, rund fünf bis sieben Tage später die Begattungsreife und schließlich die Eilage-Kontrolle rund um Tag 26. Dazu die Drohnenvölker, die deutlich früher stehen müssen.
Das Praktische daran: Weil alle Abstände fix sind, kannst du vom Wunschtermin aus rückwärts rechnen. Du willst, dass die Königinnen an einem bestimmten Wochenende schlüpfen? Dann steht dein Umlarv-Tag automatisch fest — und der Termin für die Drohnenvölker gleich mit. Ein einziger Ankertermin, und der ganze Fahrplan liegt fest.
Den Zuchtkalender rechnest du weiterhin selbst — einen Terminrechner dafür gibt es bei Hofwerk nicht. Was die Völkerverwaltung dir abnimmt, ist das Drumherum: Sie führt je Volk Königin, Schlupfjahr, Herkunft und Markierung, dazu ein Notizfeld für deine Zuchtdaten — kostenlos bis 5 aktive Völker, ohne Zahlungsdaten. So weißt du später noch, welche Königin wann eingezogen ist. Wer noch ganz am Anfang der Imkerei steht, findet die Grundlagen im Beitrag Imker werden.
Die Zeitangaben in diesem Kalender sind Praxis-Richtwerte und geben den Stand der öffentlich zugänglichen Quellen vom 28. Juli 2026 wieder. Witterung, Volksstärke und Betriebsweise verschieben sie — im Zweifel lieber eine Woche länger warten als ein intaktes Völkchen auflösen.