Was kostet Honig direkt vom Imker?
Ein 500-g-Glas Honig kostet direkt vom Imker im Median 7,95 € — das entspricht 15,90 € pro Kilogramm. Über alle Gebinde gerechnet liegt der Kilopreis im Median bei rund 17 €/kg; kleine Gläser ziehen ihn nach oben. Wir haben dafür die öffentlich genannten Preise von 138 deutschen Imkereien ausgewertet. Hier siehst du, wie sich der Preis nach Gebinde, Sorte und Region unterscheidet — mit echten Zahlen statt Bauchgefühl.
Honig vom Imker liegt bei rund 17 €/kg. Was den Preis wirklich bewegt, ist nicht die Region — sondern die Sorte und die Glasgröße.
Grundlage sind die im Juli 2026 öffentlich auf Imkerei-Websites genannten Endverkaufspreise. Damit ein Betrieb mit großem Sortiment die Statistik nicht verzerrt, zählt je Betrieb ein repräsentativer Preis (der Median seiner Produkte) — ein Betrieb, eine Stimme. Angegeben ist jeweils der Median über die Betriebe samt Fallzahl. Das ist eine eigene Erhebung, keine amtliche Statistik.
Preis nach Glasgröße: kleine Gläser kosten pro Kilo fast doppelt so viel
Ein kleines 250-g-Glas kommt auf rund 21 € pro Kilo, ein großes 1-kg-Glas auf gut 11 €. Das ist normal: Glas, Deckel, Etikett und Abfüllzeit fallen je Glas an, unabhängig von der Menge — beim kleinen Glas verteilt sich dieser Fixaufwand auf weniger Honig.
n = 60 Betriebe
n = 96 Betriebe
n = 24 Betriebe
Median-Kilopreis je Gebinde · je größer das Glas, desto günstiger pro Kilo
Wo sich die Preise häufen: die meisten 500-g-Gläser kosten 6,50 bis 8,50 €
Ein einzelner Median sagt wenig über die Spannbreite. Trägt man auf, wie viele Imkereien welchen Preis fürs Standard-500-g-Glas verlangen, zeigt sich ein klarer Gipfel im mittleren Bereich — und ein Premium-Schwanz nach oben: Ein gutes Sechstel liegt bei 10,50 € oder mehr.
n = 96 Imkereien mit 500-g-Glaspreis · je Betrieb ein repräsentativer Preis
Fasst man das in drei Preisklassen zusammen, liegt fast die Hälfte im Mittelfeld — aber knapp ein Drittel der Imkereien ruft schon Premium-Preise ab 9 € fürs 500-g-Glas auf. Der Markt ist also nicht flach, sondern klar dreigeteilt.
Günstig unter 7 € · Mittel 7 bis 9 € · Premium ab 9 € je 500-g-Glas
Preis nach Sorte: Akazie ist rund 44 % teurer als Raps
Der größte Preishebel ist die Honigsorte. Seltene, aufwändig zu erntende Sorten wie Heide, Kastanie und Akazie liegen an der Spitze; häufige Frühjahrssorten wie Raps und schnell cremig gerührter Honig am unteren Ende.
n = 8–45 Betriebe je Sorte · Median über Betriebe · nur Sorten mit mindestens 8 Betrieben
Und die Region? Überraschend wenig Unterschied
Man würde ein deutliches Nord-Süd-Gefälle erwarten — die Daten geben das aber nicht her. Die Bundesland-Mediane liegen eng beieinander, die Spanne ist klein und die Fallzahlen je Land niedrig. Ehrlicher Befund: die Region ist beim Honigpreis nebensächlich, die Sorte entscheidet.
Baden-Württemberg 17,50 €/kg (n=12) · Nordrhein-Westfalen 16,60 €/kg (n=9) · Bayern 16,00 €/kg (n=18) · Niedersachsen 14,50 €/kg (n=8)
Wegen der kleinen Fallzahlen je Land sind das Anhaltspunkte, keine belastbaren Ranglisten.
Auf der Karte sind die vier Bundesländer mit genug Daten eingefärbt — je dunkler die Kachel, desto höher der Median-Kilopreis. Die grauen Länder haben zu wenige Betriebe für eine verlässliche Zahl. Man sieht: Die Farben liegen dicht beieinander, ein echtes Gefälle fehlt.
Nur Bundesländer mit mindestens 8 Betrieben sind eingefärbt · Farbunterschiede bewusst dezent — der regionale Effekt ist klein.
Womit Imker außer Honig noch Geld verdienen
Honig ist selten das einzige Standbein. Von den Imkereien mit Website bietet ein großer Teil Wachsprodukte, Pollen und Kurse an — und fast jede Dritte verkauft Ableger und Königinnen, also an andere Imker. Das zeigt: hinter der Imkerei steckt oft ein kleiner, breit aufgestellter Betrieb.
Diese Zahlen zeigen den Markt — aber dein Preis hängt von deinen Kosten ab. Rechne ihn ehrlich durch: Völker, Ernte, Gläser und deine Arbeitszeit.
Zum Honigpreis-Rechner →Häufige Fragen zum Honigpreis
Was kostet 1 kg Honig direkt vom Imker?
Im Median rund 17 € pro Kilogramm. Ein Standard-500-g-Glas liegt bei etwa 7,95 €. Kleine 250-g-Gläser sind pro Kilo deutlich teurer (rund 21 €/kg), 1-kg-Gläser günstiger (rund 11 €/kg) — je größer das Gebinde, desto niedriger der Kilopreis. Grundlage ist die Auswertung der veröffentlichten Preise von 138 deutschen Imkereien im Juli 2026.
Welche Honigsorte ist am teuersten?
Am teuersten sind Kastanien- und Akazienhonig (rund 22 €/kg). Akazienhonig kostet damit etwa 44 % mehr als Rapshonig (rund 15 €/kg), der zusammen mit Cremehonig am günstigsten ist. Der Aufpreis spiegelt vor allem Seltenheit und Ernteaufwand wider.
Ist Honig im Süden Deutschlands teurer als im Norden?
Kaum. Anders als oft vermutet ist der regionale Unterschied klein: Die Bundesland-Mediane liegen eng beieinander (etwa 14,50 € bis 17,50 € pro Kilo). Ein klares Nord-Süd-Gefälle beim Honigpreis lässt sich in den Daten nicht belegen — die Sorte beeinflusst den Preis viel stärker als die Region.
Warum ist Honig direkt vom Imker teurer als im Supermarkt?
Supermarkthonig ist oft eine Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern und wird in großen Mengen abgefüllt. Direktvermarkter verkaufen kleine, regionale Chargen mit voller Handarbeit — von der Pflege der Völker bis zum Etikettieren. Der Preis deckt diesen Aufwand, nicht nur den Honig.
Woher stammen diese Zahlen?
Aus einer eigenen Erhebung von Hofwerk: Wir haben im Juli 2026 die öffentlich auf Imkerei-Websites genannten Endverkaufspreise automatisiert ausgewertet. Je Betrieb zählt ein repräsentativer Preis (Median seiner Produkte), damit große Sortimente die Statistik nicht verzerren. Es ist keine amtliche Statistik.
Weitere Auswertungen aus dieser Erhebung
Betriebe mit DIB-Glas verlangen im Median 15,50 €/kg, Betriebe mit Neutralglas 17,10 €/kg — ein kontraintuitiver Befund aus denselben 138 Preisen.
Bio-Honig bringt 27 % mehr →Zertifizierte Bio-Imkereien verlangen im Median deutlich mehr als konventionelle Betriebe — was der Aufpreis wert ist und für wen die Umstellung rechnet.
Was Bienenpatenschaften kosten →Median 69 € im Jahr: welche Leistungen Imkereien in ihre Patenschaftspakete packen und wie sie die Preise staffeln.
Was Imker für den Versand verlangen →Median 5,90 € pro Bestellung, versandkostenfrei ab 59 €: die Versandkonditionen aus 34 Imker-Websites derselben Erhebung.
Die Hälfte der Web-Imkereien ist jünger als 2009 →Gründungsjahre aus derselben Betriebsliste zeigen, wie jung der sichtbare Direktvermarkter-Markt tatsächlich ist.
■ Datengrundlage & Methode
Eigenerhebung Hofwerk, Stand Juli 2026. Ausgewertet wurden die öffentlich auf Imkerei-Websites genannten Endverkaufspreise von 138 deutschen Imkereien (Teil einer Erhebung über 1.002 erreichbare Betriebe). Preise je Betrieb als Median zusammengefasst, dann über die Betriebe aggregiert. Die Zahlen bilden den Direktvermarkter-Markt ab und sind keine amtliche Statistik; Preise schwanken nach Lage, Jahr und Betrieb. Geografische Betriebsdaten teilweise aus OpenStreetMap (© OpenStreetMap-Mitwirkende, Daten unter ODbL). Diese Auswertung steht unter CC BY 4.0 — Weiterverwendung mit Namensnennung „Hofwerk Honigpreis-Report 2026" erlaubt.