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Was kostet Honig vom Imker? Preise 2026 im Überblick

Was kostet ein Glas Honig beim Imker 2026? Preise für Blüten-, Akazien- und Heidehonig im Vergleich — und wie Imker ihren eigenen Preis kalkulieren.

Von Sascha Ardeleanu ·
Honiggläser an einem Marktstand

Ein 500-g-Glas Blütenhonig vom Imker kostet 2026 in Deutschland meist zwischen 7 und 10 Euro — sortenreine Spezialitäten wie Akazienhonig oder Heidehonig liegen zwischen 10 und 17 Euro. Discounter-Honig für unter 2 Euro ist fast ausnahmslos Importware aus Ländern mit niedrigen Produktionskosten.

Was kostet ein 500-g-Glas Blütenhonig beim Imker 2026?

Blütenhonig aus dem Direktverkauf — also ab Bienenstand, Wochenmarkt oder Hofstand — kostet 2026 in Deutschland typischerweise zwischen 7 und 10 Euro pro 500-g-Glas. Qualitätsorientierte Anbieter und Wochenmärkte in städtischen Regionen verlangen häufig 9 bis 10 Euro; in ländlicheren Gegenden ist auch 7 bis 8 Euro üblich.

Zur Einordnung: Supermarkt-Eigenmarken oder Discounter-Honig liegt bei 2 bis 5 Euro für 500 g. Dieser Honig stammt fast immer aus Drittländern — häufig Argentinien, Ukraine oder China — und kann in der Deutschen Imkerqualität nicht mithalten. Echter Deutscher Honig lässt sich laut Bieneninstitut Kirchhain kaum unter 6 Euro pro 500 g kostendeckend produzieren, ohne die eigene Arbeitszeit zu ignorieren.

Ab Juni 2026 gilt zudem die neue EU-Honigkennzeichnungspflicht: Alle Herkunftsländer müssen auf dem Etikett stehen. Das schafft mehr Transparenz — und zeigt im Supermarktregal, was der Preisunterschied bedeutet.

Warum ist Honig vom Imker teurer als im Supermarkt?

Wer Honig in Deutschland erntet, hat deutlich höhere Kosten als ein Großimporteur. Bienen brauchen Pflege, Futter und Varroa-Behandlung — das kostet Zeit und Geld. Dazu kommen Beuten, Schleuder und Abfüllgeräte, die über viele Jahre abgeschrieben werden, sowie Gläser, Deckel und Etiketten für jedes einzelne Glas.

Importmischungen werden in großen Mengen industriell verarbeitet, vermischt und abgefüllt. Das drückt den Einkaufspreis für den Handel auf unter 2 Euro pro Kilogramm — in Deutschland ist das schlicht nicht möglich. Wer in einem deutschen Supermarkt Honig für 1,99 Euro sieht, kauft in der Regel ein Mischprodukt aus mehreren Ländern mit eingeschränkter Rückverfolgbarkeit.

Hinzu kommt der Zeitaufwand: Ein typischer Hobbyimker mit zehn Völkern braucht je nach Flugjahr zwischen 300 und 500 Stunden pro Saison für Betreuung, Ernte, Abfüllung und Verkauf. Wer diesen Aufwand ehrlich einrechnet, kommt schnell auf Produktionskosten jenseits von 8 Euro pro 500-g-Glas. Die gute Nachricht: Viele Kunden zahlen diesen Preis gerne, wenn sie den Unterschied kennen — und genau das ist die Aufgabe im Direktverkauf.

Was kostet Waldhonig, Akazienhonig und Heidehonig beim Imker?

Die Sorte bestimmt den Preis stark. Als grobe Orientierung für den Direktverkauf 2026:

Akazienhonig kostet beim Imker zwischen 10 und 14 Euro für 500 g. Akazien blühen in Deutschland nur wenige Tage im Mai — fällt Regen in diese Zeit, gibt es kaum Ernte. Das Risiko schlägt sich im Preis nieder.

Waldhonig und Tannenhonig liegen bei etwa 10 bis 15 Euro pro 500 g. Tannenhonig entsteht nicht aus Blüten, sondern aus Honigtau — der fließt nur in bestimmten Jahren und nur in Lagen mit gesunden Beständen. Nicht jeder Imker in Deutschland hat Zugang dazu.

Heidehonig ist einer der teuersten heimischen Honige: 13 bis 17 Euro für 500 g sind beim direkten Hofverkauf üblich. Heide blüht nur im August in Norddeutschland und Teilen der Lüneburger Heide. Viele Imker wandern mit ihren Völkern dorthin — das ist logistischer Aufwand, der im Preis steckt. Heidehonig lässt sich außerdem nicht schleudern; er wird gepresst oder gerührt, was mehr Handarbeit bedeutet.

Zum Vergleich: In Österreich sind die Preisniveaus ähnlich, regional gibt es aber Unterschiede je nach Absatzkanal. Stadtnahe Bauernmärkte in Wien oder Salzburg erzielen teils höhere Preise als ländliche Direktvermarkter — das Muster ist das gleiche wie in Deutschland.

Wie viel verdient ein Imker an einem Glas Honig wirklich?

Wenig — wenn man ehrlich rechnet. Bei einem Verkaufspreis von 8 Euro für 500 g Blütenhonig sieht die Kostenseite etwa so aus: Ein Glas mit Deckel kostet je nach Einkaufsmenge 0,60 bis 0,90 Euro. Das Etikett kostet 0,10 bis 0,30 Euro. Varroa-Behandlungsmittel, Futter für die Wintereinfütterung und Sonstiges summieren sich auf weitere 0,50 bis 1,00 Euro pro Kilogramm Honig. Anteilige Abschreibung auf Beuten, Schleuder und Waben kommt oben drauf.

Nach diesen Direktkosten bleiben bei einem 8-Euro-Glas vielleicht 2 bis 4 Euro — und Arbeitszeit ist dabei noch gar nicht eingerechnet.

Das Bieneninstitut Kirchhain hat Erzeugungskosten ohne Lohnansatz auf rund 9,89 Euro pro Kilogramm beziffert (Stand der letzten Berechnung 2010; heute vermutlich höher durch gestiegene Betriebsmittelpreise). Gläser kosteten 2023 laut Beobachtungen aus der Imkerschaft mehr als doppelt so viel wie 2017.

Für einen fairen Stundenlohn müsste ein 500-g-Glas in vielen Betrieben eher bei 10 bis 15 Euro liegen — gerade für Sorten- und Spezialitätenhonig. In der Praxis setzen viele Imker ihren Preis zu niedrig, weil sie die eigene Arbeitszeit nicht einrechnen.

Wer mehr darüber wissen will, wie sich ein fairer Preis berechnet, findet eine ausführliche Anleitung unter Honig-Preis kalkulieren: So rechnet der Imker.

Woran erkenne ich einen fairen Preis vom echten Hofimker?

Ein fairer Preis für regionalen deutschen Honig liegt 2026 für Blütenhonig bei mindestens 7 bis 8 Euro pro 500 g. Unter 5 Euro ist regionaler Honig in Imkerqualität kaum darstellbar.

Einige Hinweise auf echten Hofhonig:

Herkunft klar angegeben. Seit Juni 2026 müssen alle Ursprungsländer auf dem Etikett stehen. „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern” ist kein Herkunftsnachweis — das ist Importware. Echter Hofimker-Honig nennt Bundesland oder Region.

Sorte statt Sammelbezeichnung. „Blütenhonig” als Oberbegriff ist erlaubt, aber wenig aussagekräftig. Ein Imker, der tatsächlich Akazien, Linde oder Heidehonig erntet, schreibt das aufs Glas.

Direktverkauf. Wer am Bienenstand, auf dem Wochenmarkt oder über den eigenen Hofladen verkauft, hat keine Handelsmarge dazwischen. Das ist ein gutes Zeichen für Frische und Nähe.

Preis im Verhältnis. Unter 4 Euro pro 500 g ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Importware. Zwischen 7 und 10 Euro liegt der realistische Bereich für ehrlichen deutschen Blütenhonig.

Mehr zu den Pflichtangaben auf dem Etikett und zur rechtskonformen Kennzeichnung findest du auf label.hofwerk.at — das Tool führt Imker Schritt für Schritt durch alle Angaben.

Wie kalkuliere ich als Imker meinen eigenen Preis daraus?

Der eigene Preis ergibt sich aus drei Blöcken: Direktkosten, anteilige Fixkosten und Arbeitszeit.

Block 1 — Direktkosten pro Kilogramm Honig: Zähle alle Ausgaben, die direkt mit der Ernte zusammenhängen: Verpackung (Glas, Deckel, Etikett), Varroa-Mittel, Futter, Benzin für Wanderung (falls relevant), Marktgebühren, Versandkosten. Teile die Summe durch die geernteten Kilo.

Block 2 — Anteilige Fixkosten: Beuten, Zargen, Rähmchen, Schleuder, Abfülltisch, Entdeckelungsgabel — all das hat eine Lebensdauer. Rechne jährliche Abschreibung und teile durch deine durchschnittliche Jahresernte.

Block 3 — Arbeitszeit: Wie viele Stunden steckst du wirklich rein — Durchsicht, Ernte, Schleudern, Abfüllen, Etikett kleben, Marktstand, Kundengespräche? Multipliziere mit einem realistischen Stundensatz. Mindestlohn als Untergrenze, höher wenn du Spezialwissen oder Markenzugang mitbringst. Wer seinen Stundensatz nicht kennt, arbeitet in der Imkerei meistens unter Mindestlohn — ohne es zu merken.

Addiere alle drei Blöcke. Was rauskommt, ist dein Mindestpreis. Darunter verkaufst du mit Verlust — auch wenn es sich nicht so anfühlt, weil die eigene Zeit keine Rechnung stellt. Viele Imker sind überrascht, wie hoch dieser Wert tatsächlich ist. Das ist kein Argument gegen den Verkauf, sondern ein Argument für einen fairen Preis.

Für die genaue Berechnung mit konkreten Zahlen empfiehlt sich der Honig-Preisrechner für Imker — dort kannst du deine eigenen Werte eingeben und den Mindestpreis pro Glas ausrechnen lassen.

Ein Richtwert aus der Praxis: Wer unter 8 Euro pro 500-g-Glas Blütenhonig verkauft und seinen Stundensatz wirklich einrechnet, arbeitet oft unter Mindestlohn. Das ist für Hobbyimker vielleicht okay — für jeden, der mittelfristig davon leben will, nicht.

Häufige Fragen

Was kostet ein 500-g-Glas Honig beim Imker 2026?
Blütenhonig liegt beim Direktverkauf meist zwischen 7 und 10 €, sortenreine Honige wie Akazien- oder Heidehonig zwischen 10 und 17 € für 500 g.
Warum ist Imker-Honig teurer als Supermarkt-Honig?
Supermarkt-Honig kommt meist aus Drittländern mit niedrigen Löhnen. Echter regionaler Honig lässt sich in Deutschland kaum unter 6 € pro 500 g kostendeckend produzieren.
Was kostet Heidehonig beim Imker?
Heidehonig kostet beim Imker typischerweise zwischen 13 und 17 € für 500 g — er ist aufwendig zu ernten und nur regional aus dem Spätsommer verfügbar.
Wie viel bleibt dem Imker von einem Glas Honig?
Nach Abzug von Glas, Deckel, Etikett, Behandlungsmitteln und anteiligen Gerätekosten bleiben bei einem 8-€-Glas oft nur 2 bis 4 € — Arbeitszeit noch nicht eingerechnet.
Wie berechne ich als Imker meinen Honigpreis?
Addiere alle direkten Kosten (Verpackung, Betriebsmittel, Vermarktung), teile durch die Erntekilo, und rechne einen realistischen Stundenlohn oben drauf.

Quellen

  1. apisaurum — Honigpreise 2026
  2. bienen&natur — Faire Honigpreise
  3. imker-pippir.de — Honig-Preis pro Glas

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Hinweis: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Zusammenfassung öffentlich zugänglicher Quellen, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Angaben zu Kennzeichnungspflichten basieren auf der jeweils zitierten Fassung der Honigverordnung, des LMIV (EU 1169/2011) und nationaler Umsetzungsgesetze. Vor Produktionsentscheidungen empfehlen wir Rücksprache mit der zuständigen Landwirtschaftskammer oder einem Lebensmittelrechtler. Stand der hier zitierten Quellen: 20. Juni 2026.