Nur etwa jeder fünfte Imker hat überhaupt eine eigene Website — und von denen, die eine haben, ist schon jede siebte Adresse tot. Wir haben für unsere Preis-Erhebung 1.178 Imker-Websites zusammengetragen und ausgewertet. Dabei ist nebenbei ein klares Bild entstanden, wie digital die Imkerei in Deutschland wirklich ist. Kurz gesagt: erstaunlich wenig — und genau das ist eine Chance.
Wie viele Imker sind online?
In unserer Auswertung von 1.852 gelisteten Imker-Verkaufsstellen hatten nur rund 18,5 % eine eigene Website. Die allermeisten verkaufenden Imker sind ausschließlich vor Ort unterwegs: ab Hof, am Wochenmarkt oder über Bekannte. Das deckt sich mit dem Bild, das jeder Imker aus seiner Region kennt — die Nachbarschaft weiß, wo es guten Honig gibt, eine Website braucht es dafür nicht.
Für alle, die sichtbar werden wollen, ist das aber die eigentliche Nachricht: Wer eine gepflegte Website hat, hebt sich schon dadurch von vier Fünfteln der anderen ab.
Verkaufen Imker ihren Honig online?
Schaut man nur auf die Imkereien, die tatsächlich eine erreichbare Website führen, wird es interessanter. Knapp die Hälfte hat einen echten Onlineshop, und gut vier von zehn bieten Versand an.
n = 1.002 erreichbare Imker-Websites · eigene Erhebung Juli 2026
Das heißt aber auch: Über die Hälfte der Imker mit Website nutzt sie nur als digitale Visitenkarte, ohne Verkaufsfunktion. Wer hier einen einfachen Shop ergänzt, kann Kunden aus der ganzen Region erreichen statt nur aus dem eigenen Dorf.
Womit bauen Imker ihre Shops?
Bei der Technik zeigt sich, dass Imkereien pragmatisch sind. Ganz vorn liegt WooCommerce (der Shop-Aufsatz für WordPress), dicht gefolgt vom Baukasten Jimdo und dem einfachen Shop-Modul Ecwid. Die großen kommerziellen Systeme wie Shopify oder Shopware spielen nur eine kleine Rolle.
Anzahl Imker-Websites je erkanntem Shop-System · eigene Erhebung Juli 2026
Für dich als Imker heißt das: Du brauchst kein teures System. Die meisten kommen mit einem schlanken Baukasten oder WooCommerce gut zurecht — die Hürde ist niedriger, als viele denken.
Und die sozialen Netzwerke?
Auf Instagram und Facebook sind Imker sichtbarer als mit eigenen Shops. In der Auswertung fanden wir 289 Facebook-Auftritte und 258 Instagram-Profile, aber nur 144 Newsletter. Social Media ersetzt die Website nicht — es führt aber Kunden zu ihr, gerade bei einem so bildstarken Produkt wie Honig.
Der wunde Punkt: veraltete Seiten
Das vielleicht deutlichste Signal steckt in der Pflege. Rund 15 % der gefundenen Adressen waren gar nicht mehr erreichbar — die Website existiert nicht mehr, die Domain ist abgelaufen. Und ein Teil der lebenden Seiten trug zuletzt ein Copyright-Jahr von 2024 oder früher.
Eine tote oder erkennbar veraltete Website schadet mehr, als sie nützt: Sie signalisiert Kunden, dass hier vielleicht gar kein Honig mehr verkauft wird. Umgekehrt ist eine schlichte, aber aktuelle Seite schon ein echtes Pfund.
Was das für dich bedeutet
Die Imkerei ist digital ein weitgehend unbestelltes Feld. Das ist keine Schwäche der Imker — es ist eine Chance für alle, die den Schritt gehen:
- Sichtbar werden ist leicht, weil so wenige es tun. Eine aktuelle Website plus ein Instagram-Profil reichen, um aufzufallen.
- Verkaufen geht ohne teure Technik — ein einfacher Shop oder eine Bestell-Möglichkeit per Formular genügt für den Anfang.
- Aktuell bleiben schlägt jede Aufwendigkeit. Lieber eine schlichte, gepflegte Seite als eine große, die seit zwei Jahren stillsteht.
Wenn du wissen willst, welchen Preis du für deinen Honig ansetzen kannst, findest du im Honigpreis-Report 2026 echte Marktzahlen aus 138 Imkereien — nach Sorte, Glasgröße und Region.
Datengrundlage: eigene Auswertung von 1.178 öffentlich erreichbaren Imker-Websites (Juli 2026). Es werden ausschließlich zusammengefasste Werte gezeigt, keine einzelnen Betriebe. Keine amtliche Statistik. Betriebsdaten teilweise aus OpenStreetMap (© OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL).