Eine Honigschleuder kostet 2026 zwischen 249 und 13.429 Euro. Der ehrliche Hobby-Korridor liegt bei 331 bis 889 Euro für eine 4-Waben-Handschleuder aus Edelstahl, mit Motor bei 663 bis 1.374 Euro. Alles darüber ist Erwerbsklasse. Alle Preise sind Listenpreise vom 25. August 2026.
Die Schleuder ist für viele der erste große Kauf in der Imkerei. Und sie ist der Kauf, bei dem am wenigsten öffentlich gerechnet wird: Die von uns gesichteten Ratgeber erklären Bauarten und Antriebe, nennen aber kaum konkrete Euro-Beträge. Dieser Beitrag macht genau das andere. Er nennt Preise mit Datum, die beiden Förderprogramme mit ihren Mindestsummen, den Gebrauchtmarkt in Zahlen und die Leihgebühr, gegen die sich der Kauf erst mal behaupten muss.
Ein Hinweis vorweg: Hier steht, was die Schleuder kostet und wie du entscheidest — nicht, wie du sie bedienst. Wann der Honig reif ist und woran du das erkennst, steht im Beitrag Wann Honig schleudern?.
Was kostet eine Honigschleuder 2026?
Grundlage ist eine Preiserhebung am 25. August 2026 in sechs Fachhandels-Katalogen aus Deutschland und Österreich. Alle Werte sind Listenpreise inklusive Umsatzsteuer, wie sie an diesem Tag auf den Kategorieseiten standen.
| Bauart | Preisspanne am 25.08.2026 |
|---|---|
| 2 Waben, Edelstahl, Handbetrieb | ab 249 € |
| 3 Waben, Edelstahl, Handbetrieb | 530 € |
| 4 Waben, Handbetrieb, Edelstahl | 331–889 € |
| 4 Waben tangential mit Motor (110 W, 230 V) | 663–1.374 € |
| 4 Waben Selbstwende, elektrisch | bis 3.035 € |
| 6 Waben Selbstwende | bis 3.299 € |
| 8 Waben Selbstwende | 2.890–4.787 € |
| Radialschleuder, 24/12 bzw. 32 Waben | 2.715 € bzw. 3.593 € |
| Erwerbsklasse, Unterantrieb, 4 bis 42 Waben | 4.160–13.429 € |
| Motorantrieb zum Nachrüsten (110 W) | 499 € |
Die wichtigste Zeile für Einsteiger ist die dritte. Die 4-Waben-Handschleuder spannt sich zwar von 331 bis 889 Euro, das Gros der Angebote liegt aber zwischen 380 und 670 Euro. Wer in diesem Fenster kauft, kauft im Marktmittel und nicht am Rand.
Preise ändern sich. Nimm die Tabelle als Größenordnung, nicht als Kassenzettel, und schau vor der Bestellung in die aktuelle Liste deines Händlers.
Hand oder Motor — ab wann lohnt der Antrieb?
Bei gleicher Wabenzahl ist der Motor der klarste Preisschritt im ganzen Katalog. Die 4-Waben-Handschleuder beginnt bei 331 Euro, dieselbe Größe mit 110-Watt-Motor bei 663 Euro. Als Faustzahl aus der Erhebung liegt der Aufpreis für den Antrieb bei rund 300 Euro gegenüber der gleich großen Handschleuder.
Der Antrieb lässt sich aber auch nachrüsten. Ein Motor mit 110 Watt und Rechts-/Linkslauf kostet 499 Euro. Das ist die Zahl, die deine Entscheidung eigentlich trägt: Wer heute unsicher ist, kauft die Handschleuder und weiß, was die Nachrüstung später kostet.
Ein zweiter Punkt aus den Produktdaten, der nichts mit Bequemlichkeit zu tun hat: Antriebe gibt es mit 230 Volt und mit 12 Volt. Die 12-Volt-Variante ist für die Wanderimkerei gedacht, also für das Schleudern ohne Steckdose. Wer nie wandert, braucht sie nicht.
Tangential, Radial oder Selbstwende — was kostet der Unterschied?
Die drei Bauarten trennen im Katalog ganze Preisklassen.
- Tangential von Hand ist der Einstieg: 249 Euro bei zwei Waben, 331 bis 889 Euro bei vier. Du drehst die Waben zwischendurch um, sonst wird nur eine Seite leer.
- Selbstwendeschleudern nehmen dir das Wenden ab. Vier Waben liegen bis 3.035 Euro, sechs Waben bis 3.299 Euro, acht Waben bei 2.890 bis 4.787 Euro.
- Radialschleudern schleudern beide Wabenseiten gleichzeitig. Im Katalog stehen 2.715 Euro für die 24/12-Waben-Ausführung und 3.593 Euro für 32 Waben.
Die 4-Waben-Selbstwende reicht in unserer Erhebung bis 3.035 Euro und kostet damit ein Vielfaches der gleich großen Handschleuder. Der Unterschied ist gekaufte Zeit, kein Unterschied im Honig.
Achte auf zwei Varianten, die in den Listen oft nur klein dabeistehen: „mit Mittelachse“ und „ohne Welle“. In unserer Preiserhebung lag der Aufpreis für die Ausführung ohne Mittelachse bei rund 60 bis 100 Euro. Das macht das Ausräumen des Kessels aber deutlich einfacher.
Muss es wirklich Edelstahl sein?
Ein ausdrückliches Verbot anderer Materialien haben wir in keiner Behördenquelle gefunden. Was wir gefunden haben, sind drei Sachverhalte, die zusammen dieselbe Antwort geben.
Erstens die Hygienevorgabe. Die Leitlinie für eine gute Hygienepraxis in Imkereibetrieben, veröffentlicht mit Erlass BMGFJ-75220/0006-IV/B/7/2008 vom 31. Jänner 2008 (Änderungen und Ergänzungen 2024-0.818.461 vom 10.12.2024), sagt zu Maschinen und Geräten: „Oberflächen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, müssen leicht zu reinigen und erforderlichenfalls zu desinfizieren sein. Sie müssen in einwandfreiem Zustand gehalten werden und aus nicht toxischem Material bestehen.“ Und weiter, sehr konkret: „Verunreinigungen von Honig oder Imkereiprodukten durch ablösende Teilchen von Maschinenbeschichtungen, abtropfendes Getriebefett oder korrodiertes Material (z. B. schadhafte Honigsiebe) sind zu vermeiden.“ Als Rechtsgrundlagen nennt die Leitlinie unter anderem die Verordnung (EG) 852/2004 und die Verordnung (EG) 1935/2004.
Zweitens die Chemie des Produkts. Honig ist sauer. Die Honigverordnung nennt in Anlage 2 als Merkmal eine freie Säure von „höchstens 50 Milliäquivalente Säure pro kg“, bei Backhonig 80, und einen Wassergehalt von „höchstens 20 %“. Ein saures, wasserhaltiges Lebensmittel steht in der Schleuder oft stundenlang an der Kesselwand.
Drittens die Förderlogik. Die AMA führt in ihrer Liste der förderfähigen Kleingeräte wörtlich „Schleudern aus Edelstahl“. In der Liste zur technischen Ausstattung stehen „Automatische Schleudern“, „Schleuderstraßen oder deren Bestandteile“ und „Edelstahlmobiliar im Abfüll- und Schleuderraum“. Wer in Österreich fördern lassen will, hat die Materialfrage damit nicht mehr zu entscheiden.
Praktisch heißt das: Eine alte, angelaufene Blechschleuder vom Dachboden ist kein Schnäppchen, sondern ein Risiko am fertigen Produkt. Was der Wassergehalt mit der Haltbarkeit macht, steht im Beitrag zum Wassergehalt und Refraktometer.
Passt die Schleuder zu deinem Rähmchenmaß?
Das ist der teuerste Fehlkauf, den es bei diesem Gerät gibt — und er hat nichts mit dem Preis zu tun.
Schleudern werden nach Rähmchenmaß verkauft. In den Katalogen stehen Deutsch Normalmaß, Zander, Langstroth, Dadant, 39 × 24 und 27,5 × 48. Dazu kommt der Kesseldurchmesser als zweites Maß: Die Erhebung zeigt Durchmesser von 43, 45, 50, 52, 63, 64, 72, 76 und 90 Zentimetern.
Diese beiden Angaben entscheiden, ob deine Waben überhaupt in die Körbe passen. Bevor du irgendeinen Preis vergleichst, schreib dir dein Rähmchenmaß auf einen Zettel und leg ihn neben den Bildschirm. Der Kesseldurchmesser bestimmt zusätzlich, wie viel Platz das Gerät im Raum braucht.
Der Raum ist ohnehin die zweite Hälfte der Entscheidung. Welche Anforderungen an die Fläche gelten, in der geschleudert wird, steht im Beitrag zum Schleuderraum und seinen Vorschriften.
Was kostet der Rest der Honigausstattung?
Die Schleuder allein macht keinen Honig ins Glas. Die LWG Veitshöchheim hat für Einsteiger eine Aufstellung der Honiggewinnung veröffentlicht — die Beträge stammen laut Dateiinformation des PDF vom 28. Januar 2016. Die Beträge sind also alt, die Struktur der Kosten ist es nicht:
| Posten (LWG, Stand 2016) | Betrag |
|---|---|
| Entdeckelungsgabel | 15 € |
| Entdeckelungsgeschirr | 110 € |
| Schleuder für vier Waben | 450 € |
| 2 Doppelsiebe | 70 € |
| 6 Honigeimer | 20 € |
| Einkochtopf mit elektronischer Temperaturregelung | 60 € |
| Honigstampfer | 30 € |
| Waage | 75 € |
| Abfüllkübel 25 kg | 100 € |
| 120 Gläser | 40 € |
| Summe Honiggewinnung bei 3 Völkern | 970 € |
Der Schleuderwert von 450 Euro ist die Behörden-Orientierung von 2016. Unsere Erhebung vom 25. August 2026 spannt für dieselbe Größe 331 bis 889 Euro auf — der alte Wert liegt heute also in der unteren Hälfte der Spanne, nicht mehr in ihrer Mitte.
Der Rest der Tabelle ist die eigentliche Botschaft: Über die Hälfte des Betrags steckt nicht in der Schleuder. Wer nur den Schleuderpreis budgetiert, plant knapp die Hälfte der Ausgabe nicht ein. Eine breitere Einsteigerrechnung steht im Beitrag zur Imker-Grundausstattung.
Gibt es Zuschüsse für die Honigschleuder?
Ja, in beiden Ländern — und beide Programme haben eine Schwelle, die für eine einzelne Hobbyschleuder oft zu hoch liegt.
Bayern. Das Merkblatt zur investiven Bienenförderung, Stand September 2025, nennt einen Zuschuss von „bis zu 40 % der förderfähigen Nettoausgaben (nachweisbare Ausgaben ohne Mehrwertsteuer, Transport- und Verpackungskosten, Rabatte und Skonti)“ und schränkt gleich ein: „Bei großer Nachfrage kann die Förderquote auch unter 40 % sinken.“ Honigschleudern stehen namentlich in der Geräteliste. Der Haken steht einen Absatz weiter: „Die Mindestinvestitionssumme (netto) beträgt 700 €.“ Eine Handschleuder für 400 Euro erreicht diese Schwelle allein nicht — zusammen mit Entdeckelungsgeschirr, Sieben und Abfüllkübel schon eher. Für Geräte bis 5.000 Euro netto genügt ein Angebot, der Antrag läuft elektronisch über iBALIS. Das Merkblatt nennt für das Antragsjahr 2026 den Zeitraum 1. Oktober 2025 bis 15. April 2026 für den Förderantrag und den 30. Juni 2026 für den Zahlungsantrag. Eine Fristverlängerung ist laut Merkblatt grundsätzlich nicht möglich; nur bei unverschuldeter Fristversäumnis kommt im Einzelfall eine Wiedereinsetzung nach Art. 32 BayVwVfG in Betracht. Rechtsgrundlage ist die StMELF-Richtlinie vom 26. Juli 2023, Az. L6-7407-1/959. Und der Satz, der über allem steht: „Die Förderung erfolgt ohne Rechtsanspruch im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.“ Wer für das kommende Antragsjahr plant, holt sich das dann gültige Merkblatt — die Fristen werden je Jahr neu gesetzt.
Österreich. Das AMA-Merkblatt 55-04, Stand Juni 2025, staffelt den Fördersatz nach Programmteilnahme: 35 Prozent bei Nachweis des Qualitätsprogramms oder des Österreichischen Bienengesundheitsprogramms, 45 Prozent bei beiden zusammen, 45 Prozent bei einem der beiden plus biologischer Betriebsweise und 55 Prozent bei beiden plus Bio. Für imkerliche Kleingeräte gilt ein Investitionsvolumen von mindestens 1.000,00 Euro netto und höchstens 18.000,00 Euro netto, dazu mindestens fünf bewirtschaftete Völker. Für technische Ausstattung und Wanderimkerei liegen die Schwellen bei 1.700,01 Euro netto und 50 Völkern. Das Imkereijahr läuft vom 1. August bis 31. Juli; Förderanträge sind vom 1. August bis 15. Juni des Folgejahres möglich, der Zahlungsantrag spätestens am 31. Juli. Das Merkblatt wird an dieser Stelle deutlich: „Der Antrag muss spätestens am letzten Tag der Frist in der AMA eingelangt sein!“ Voraussetzung für die Erstregistrierung sind ein VIS-Auszug und die ID Austria — wie die VIS-Meldung läuft, steht im Beitrag zu den VIS-Stichtagen in Österreich.
Zwei Ausschlüsse gelten in beiden Ländern. Gebrauchte Geräte sind nicht förderfähig. Bayern schreibt: „Nicht zuwendungsfähig sind … gebrauchte oder selbstgefertigte Geräte. Ersatzinvestitionen sind von der Förderung ausgeschlossen.“ Die AMA formuliert es so: „Die Förderung der Anschaffung von gebrauchten Wirtschaftsgütern ist für die Sektormaßnahme Imkereiförderung nicht vorgesehen.“ Dazu kommt in beiden Programmen eine Behalteverpflichtung von fünf Jahren. In Bayern müssen geförderte Geräte fünf Jahre ab Auszahlung im Besitz bleiben und „ausschließlich in der eigenen Imkerei genutzt“ werden. In Österreich hält § 72 Abs. 4 GSP-AV fest: „Ändert sich ausschließlich der Besitz oder das Eigentum an der geförderten Investition, liegt hingegen eine Verletzung der Behalteverpflichtung vor.“ Das AMA-Merkblatt ergänzt dazu: „Eine Nutzung durch Dritte ist nicht zulässig.“ Wer also plant, die geförderte Schleuder im Verein herumzureichen, sollte diesen Satz zweimal lesen.
Was in deinem Bundesland außerhalb Bayerns gilt, haben wir nicht erhoben. Bayern steht hier als Beispiel für ein deutsches Programm, nicht als bundesweite Regel — frag bei deiner zuständigen Stelle nach.
Was ist eine gebrauchte Honigschleuder wert?
Am 25. August 2026 haben wir die erste Ergebnisseite einer großen Kleinanzeigen-Plattform ausgewertet, 25 Inserate. Ein Inserat mit einem offensichtlichen Fantasiepreis haben wir nicht mitgerechnet.
Das Bild:
- 35 bis 100 Euro: alte und kleine Geräte, darunter eine Alu-Schleuder für 35 Euro, eine Edelstahlschleuder für 75 Euro und eine elektrische 2-Waben-Schleuder für 100 Euro.
- 110 bis 350 Euro: der eigentliche Hobbymarkt. 120 Euro für eine elektrische 4-Rahmen-Schleuder aus Edelstahl, 159 Euro für eine manuelle Tangentialschleuder, 200 Euro für eine 4-fach-Handschleuder, 225 Euro für eine tangentiale mit 140-Watt-Motor, 290 Euro für ein neues Gerät in Originalverpackung, 350 Euro für eine einmal benutzte 4-Waben-Schleuder.
- 520 bis 1.250 Euro: halbautomatische und größere Geräte, darunter eine 15-Waben-Radialschleuder für 950 Euro, eine 4-Waben-Selbstwende für 1.200 Euro und eine Radialschleuder für Dadant und Langstroth für 1.250 Euro.
Als Rechenregel: Gebrauchte Hobby-Handschleudern liegen bei 75 bis 350 Euro, also grob 40 bis 60 Prozent unter Neupreis. Profigeräte gehen für 950 bis 1.250 Euro weg, während neu ab 4.160 Euro aufgerufen wird.
Und jetzt die Rechnung, die in Kaufratgebern selten auftaucht: Rechne aber gegen die Förderung: Mit der Höchstquote von 40 Prozent kostet ein Neugerät für 1.000 Euro netto effektiv 600 Euro netto — sinkt die Quote, steigt dieser Wert. Ein Gebrauchtgerät muss also unter diesem Wert liegen, um überhaupt zu gewinnen — Förderung gibt es für gebrauchte Geräte weder in Deutschland noch in Österreich. Wer förderfähig ist, sollte den Gebrauchtmarkt gegen den geförderten Neupreis rechnen und nicht gegen die Listenpreise.
Beim Kauf selbst hilft ein Satz der LWG, der für Einsteiger geschrieben wurde: „Ausrüstung für die Honiggewinnung aus Edelstahl kann in der Regel ohne Bedenken übernommen werden.“ Umgekehrt gelesen ist das eine Warnung vor allem, was nicht aus Edelstahl ist. Nimm bei der Besichtigung eine Taschenlampe mit und sieh in den Kessel: Korrosionsstellen, abplatzende Beschichtung und Fett an der Achse sind genau die Punkte, die die Hygiene-Leitlinie ausdrücklich benennt.
Leihen, teilen oder schleudern lassen — wann Kaufen die schlechtere Entscheidung ist
Diesen Abschnitt findet man in Kaufratgebern selten. Er gehört trotzdem an die Stelle vor die Bestellung.
Die LWG schreibt es selbst: „Eine Ausleihe von Ausrüstung vom Verein, Lehrbienenstand oder Imkerkollegen kann in der Anfangszeit das Budget entlasten. … Insbesondere die Honigausstattung … können oftmals geliehen werden, da diese nur kurze Zeit im Jahreslauf gebraucht werden.“ Und weiter: „Die Gewinnung und Verarbeitung von Honig kann in bestimmten Regionen an Dienstleister abgegeben werden.“ Zu solchen Lohnschleuder-Angeboten haben wir keinen belastbaren Preis gefunden — die Option existiert, der Preis ist regional zu erfragen.
Was Leihen kostet, ist dagegen sehr konkret. Der Imkerverein Stuttgart verleiht eine 3-Waben- und eine 4-Waben-Tangentialschleuder, jeweils mit Honigsieb. Die Gebühr: 15 Euro für Schleuder und Sieb, 5 Euro für das Entdeckelungsgeschirr, dazu 50 Euro Kaution in bar, die bei „rechtzeitiger, sauberer und ordentlicher Rückgabe“ zurückgeht. Ausgeliehen wird nur an Mitglieder. Andere Vereine handhaben es anders, manche kostenlos, manche mit Strafgebühr bei später oder ungereinigter Rückgabe.
Stell die beiden Zahlen nebeneinander: 380 bis 670 Euro Kaufpreis für das Gros der 4-Waben-Handschleudern gegen 15 Euro Leihgebühr im Jahr. Rein rechnerisch amortisiert sich der Kauf gegen die Vereinsleihe nicht. Punkt.
Gekauft wird trotzdem — aber aus anderen Gründen: weil die Frühtracht nicht wartet, bis die Vereinsschleuder frei ist. Weil du selbst entscheidest, wie sauber das Gerät vor deinem Honig war. Weil das Verräumen und Zurückbringen Zeit frisst. Das sind gute Gründe. Sie heißen nur nicht Rendite, und man sollte sie nicht als Rendite verkaufen.
Für das erste Jahr ist Leihen deshalb oft die klügere Wahl. Nach dem ersten Schleudertag weißt du, wie viele Waben du wirklich in der Stunde durchbringst — und kaufst dann die richtige Größe statt der geschätzten.
Ab wann rechnet sich die eigene Schleuder?
Die ehrliche Antwort: Das hängt an drei Zahlen, die nur du kennst.
- Dein Ertrag. Der Deutsche Imkerbund nennt 20 bis 30 Kilogramm Honig im Jahr je Volk als typischen Wert. Das Jahr 2025 war eine Ausnahme: Laut DIB-Meldung vom 12. November 2025 produzierte ein Bienenvolk im Durchschnitt rund 37,5 Kilogramm, ein Zehnjahres-Spitzenwert, bei einer Gesamternte von etwa 45.000 Tonnen und geschätzten 1,2 Millionen Bienenvölkern. Rechne für die Anschaffung nicht mit einem Spitzenjahr.
- Deine Völkerzahl. Der DIB nennt in seinen Zahlen & Fakten rund 143.000 Imker und rund 964.000 Völker seiner Mitglieder — die Ernteschätzung vom 12. November 2025 rechnet dagegen mit rund 1,2 Millionen Völkern in ganz Deutschland, also inklusive Nichtmitgliedern. Für die Kaufentscheidung zählt aber deine Zahl, nicht der Schnitt.
- Dein Erlös je Kilo. In unserer Auswertung von 138 Imkereien mit öffentlichem Honigpreis liegt der Median im DIB-Glas bei 15,50 Euro je Kilogramm und im Neutralglas bei 17,10 Euro je Kilogramm — die Auswertung dazu steht im Beitrag DIB-Glas oder Neutralglas.
Multiplizier die drei Werte für deinen Betrieb und stell das Ergebnis gegen den Kaufpreis aus der Tabelle oben. Genau diese Rechnung — Ernte, Gläser, Etikett, Arbeitszeit und Verkaufsweg — nimmt dir der Honigpreis-Rechner von Hofwerk unter hofwerk.app/preisrechner/honig ab, ohne Konto und ohne Zahlungsdaten. Wie du die Posten sauber ansetzt, steht in der Honig-Preiskalkulation.
Ein Hinweis zur Ehrlichkeit dieser Rechnung: Die Schleuder ist ein Gerät, das ein paar Tage im Jahr läuft und den Rest der Zeit steht. Sie amortisiert sich über Jahre, nicht über eine Saison — und nur, wenn der Honig auch verkauft wird.
Kannst du die Schleuder steuerlich absetzen?
Falls du deine Imkerei betrieblich führst, fällt die Schleuder meist gerade über die Grenze für den Sofortabzug.
In Deutschland erlaubt § 6 Abs. 2 EStG den sofortigen Abzug bis 800 Euro netto. Der Sammelposten nach § 6 Abs. 2a EStG greift von 250 bis 1.000 Euro und wird über fünf Jahre aufgelöst. In Österreich liegt die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter nach § 13 EStG 1988 bei 1.000 Euro.
Übersetzt: Eine Handschleuder für 400 Euro liegt in beiden Ländern unter der Grenze. Eine Selbstwendeschleuder für 1.800 Euro liegt in beiden Ländern darüber. Ob deine Imkerei überhaupt betrieblich zählt, hängt an der Gewinnerzielungsabsicht — und das ist eine Frage für deinen Steuerberater, nicht für einen Artikel. Eine Nutzungsdauer für die Abschreibung nennen wir hier bewusst nicht: Dazu haben wir keine amtliche Fundstelle gefunden.
Was du aus der Rechnung mitnimmst
Vier Zahlen tragen die Entscheidung. 331 bis 889 Euro für die 4-Waben-Handschleuder, das übliche Einstiegsgerät. Rund 300 Euro Aufpreis für den Motor, 499 Euro für die Nachrüstung. 700 Euro netto in Bayern und 1.000 Euro netto in Österreich als Mindestinvestition, unter der es keine Förderung gibt. Und 15 Euro Leihgebühr im Verein, gegen die sich jeder Kauf erst mal behaupten muss.
Wer diese vier Zahlen nebeneinanderlegt, kommt fast immer zu derselben Reihenfolge: im ersten Jahr leihen, im zweiten die Größe kennen, dann gefördert neu kaufen oder gebraucht unter dem geförderten Preis zuschlagen. Das ist unspektakulär — aber es ist die Reihenfolge, die dir am wenigsten Geld kostet.
Alle Händlerpreise in diesem Beitrag sind Listenpreise vom 25. August 2026 aus sechs Fachhandels-Katalogen in Deutschland und Österreich, die Gebrauchtpreise eine Stichprobe von 25 Inseraten vom selben Tag. Die Förderangaben geben das bayerische Merkblatt mit Stand September 2025 und das AMA-Merkblatt 55-04 mit Stand Juni 2025 wieder; Förderquoten, Fristen und Voraussetzungen können sich ändern. Der Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung — was für deinen Betrieb gilt, klärst du mit der zuständigen Stelle.